Affektive Störungen – oft auch als Stimmungsstörungen bezeichnet – sind psychische Erkrankungen, bei denen die Grundstimmung eines Menschen krankhaft verändert ist (Quelle: de.wikipedia.org). Die Stimmungslage kann dabei entweder über längere Zeit deutlich niedergedrückt sein (Depression) oder übersteigert euphorisch (Manie) ausfallen (Quelle: onmeda.de). Viele Betroffene erleben Phasen tiefer Traurigkeit und Antriebslosigkeit, andere wiederum Episoden extremer Hochstimmung und Ruhelosigkeit. Treten beide Pole abwechselnd auf, spricht man von einer bipolaren Störung, im Volksmund auch manisch-depressive Erkrankung genannt (Quelle:onmeda.de). Affektive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen – insbesondere die Depression ist weit verbreitet (Quelle: onmeda.de). So erkrankt statistisch gesehen etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann im Laufe des Lebens an einer Depression (Quelle: onmeda.de). Diese Unterseite bietet einen verständlichen Überblick über affektive Störungen, ihre Symptome und Ursachen sowie Beispiele und Behandlungsmöglichkeiten, damit ihr das Thema psychische Gesundheit besser versteht.
Was sind affektive Störungen? – Der Begriff affektive Störung bedeutet, dass die Gefühlslage und der emotionale Antrieb eines Menschen über einen längeren Zeitraum erheblich von der Norm abweichen (Quelle: de.wikipedia.org). Jeder Mensch kennt zwar Stimmungsschwankungen – Tage, an denen man traurig oder fröhlich ist. Bei affektiven Störungen sind diese Gefühle jedoch extrem verstärkt oder unangebracht im Verhältnis zur Situation (Quelle: onmeda.de). Die Stimmung ist quasi „aus dem Gleichgewicht“ geraten und passt nicht mehr zu den äußeren Umständen. Eine depressive Phase etwa geht weit über gewöhnliche Traurigkeit hinaus und hält deutlich länger an. Umgekehrt ist eine manische Phase nicht bloß gute Laune, sondern ein krankhaftes Hochgefühl, das außer Kontrolle geraten kann. Solche Veränderungen der Stimmung können akut auftreten (plötzlich beginnend) oder chronisch (langsam entwickelnd und langanhaltend) sein (Quelle: de.wikipedia.org). Manche Betroffene erleben auch wiederkehrende Episoden: Phasen schwerer Depression können sich mit Phasen von Manie abwechseln, dazwischen gibt es oft Zeiten relativ normaler Stimmung. In schweren Ausprägungen können zusätzlich Denkstörungen oder sogar psychotische Symptome vorkommen (z.B. Wahnvorstellungen in einer schweren Depression oder Halluzinationen in einer Manie) (Quelle: de.wikipedia.org). Typischerweise beeinträchtigen affektive Störungen das gesamte Erleben und Alltagsleben: Denken, Antrieb, Schlaf, Appetit, Selbstwertgefühl und soziales Verhalten können stark verändert sein (Quelle: de.wikipedia.org).
Je nach Art der affektiven Störung unterscheiden sich die Anzeichen. Bei depressiven Störungen stehen meist anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessen- und Freudlosigkeit und Erschöpfung im Vordergrund (Quelle: onmeda.de). Betroffene fühlen sich oft hoffnungslos, ziehen sich von sozialen Kontakten zurück und haben Mühe, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Häufig kommen Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und Appetitveränderungen hinzu, und nicht selten plagen die Erkrankten Schuldgefühle oder ein vermindertes Selbstwertgefühl (Quelle: onmeda.de). In schweren Fällen können sogar Suizidgedanken auftreten (Quelle: onmeda.de). Bei manischen Störungen hingegen kippt die Stimmung ins Gegenteil: Die Personen sind übermäßig aktiv, empfinden ein anhaltendes Hochgefühl oder starke Gereiztheit und haben ein unrealistisch gesteigertes Selbstwertgefühl (Quelle: onmeda.de). Typisch sind auch ein vermindertes Schlafbedürfnis – viele schlafen kaum, weil sie sich rastlos und voller Energie fühlen – sowie Rededrang und sprunghaftes Denken (Quelle: onmeda.de). Manische Personen neigen zu Risikoverhalten: Sie treffen impulsive Entscheidungen, geben z.B. unverhältnismäßig viel Geld aus oder verhalten sich sexuell enthemmt (Quelle: onmeda.de). Oft fehlt in der Manie die Krankheitseinsicht, das heißt, Betroffene erkennen nicht, dass ihre überschwängliche Stimmung Teil einer Erkrankung ist (Quelle: onmeda.de). Insgesamt gilt: Affektive Störungen wirken sich nicht nur auf die Stimmung aus, sondern betreffen den ganzen Menschen – Gefühle, Gedanken, Körper und Verhalten werden mit beeinflusst.
Die genauen Ursachen affektiver Störungen sind noch nicht vollständig verstanden, aber man weiß, dass mehrere Faktoren im Zusammenspiel eine Rolle spielen (Quelle: onmeda.de). Zu diesen Faktoren zählen:
Meist wirkt nicht nur ein einzelner Auslöser, sondern es ist das Zusammenspiel aus biologischer Verwundbarkeit (Veranlagung), Veränderungen im Gehirn und belastenden Lebensumständen, das zur Entwicklung einer affektiven Störung führt (Quellen: onmeda.de, onmeda.de). Wichtig zu wissen: Niemand ist "schuld" an seiner Erkrankung. Eine Depression oder Bipolarität entsteht durch komplexe Faktoren – jede*r kann im Grunde davon betroffen sein, egal wie willensstark oder „positiv denkend“ man ist.
Im Folgenden werden einige häufige affektive Störungen vorgestellt. Dazu zählen sowohl depressive Störungsbilder als auch manische bzw. bipolare Formen. Jede dieser Erkrankungen hat ihre eigenen Merkmale, fällt aber unter den gemeinsamen Oberbegriff der affektiven (Stimmungs-)Störungen.
Depression (medizinisch: Depressive Störung) ist die bekannteste und häufigste Form der affektiven Störung. Charakteristisch ist eine anhaltend gedrückte Stimmung verbunden mit Interessensverlust und Freudlosigkeit – Dinge, die früher Freude bereitet haben, erscheinen plötzlich bedeutungslos (Quelle: onmeda.de). Betroffene fühlen sich meist energielos und erschöpft, haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und empfinden oft Schuldgefühle oder Minderwertigkeitsgefühle. Typische körperliche Symptome einer Depression sind Schlafstörungen, Appetitverlust oder im Gegenteil gesteigerter Appetit, innere Unruhe und diverse Schmerzen (z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen) (Quelle: onmeda.de). In schweren Fällen können Lebensmüdigkeit und Suizidgedanken auftreten (Quelle: onmeda.de). Eine Depression beeinflusst das gesamte Leben: Beruf, Familie und soziale Kontakte leiden, da die erkrankte Person sich immer mehr zurückzieht und selbst Alltägliches zur Herausforderung wird. Wichtig: Depression ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden kann.
Manie bezeichnet den Zustand anhaltend übersteigerter Hochstimmung und Getriebenheit. Eine manische Episode ist das Gegenteil der Depression: Die Stimmung ist euphorisch, oft auch gereizt, und völlig unangemessen positiv (Quelle: onmeda.de). Betroffene sprühen vor Energie, sprechen ununterbrochen und schnell (Rededrang) und springen von einer Idee zur nächsten. Sie schlafen sehr wenig, weil sie das Gefühl haben, keine Ruhe zu brauchen (Quellen: dgbs.de, dgbs.de). Typisch ist ein übersteigertes Selbstwertgefühl – man hält sich für außergewöhnlich leistungsfähig oder auserwählt. Dadurch kommt es häufig zu riskantem Verhalten: Maniker geben zum Beispiel plötzlich große Geldbeträge aus, treffen impulsive Entscheidungen, fahren riskant Auto oder suchen sexuelle Abenteuer, ohne an Konsequenzen zu denken (Quelle: onmeda.de). Die Realität wird oft verzerrt wahrgenommen; in schweren Fällen können Wahnvorstellungen oder Halluzinationen auftreten (man spricht dann von einer psychotischen Manie) (Quelle: dgbs.de). Eine Manie entwickelt sich meist über mehrere Tage und kann Tage bis Wochen anhalten. Während der Manie fehlt den Erkrankten meistens die Einsicht, dass sie krank sind (Quelle: onmeda.de) – sie empfinden den Zustand oft als angenehm oder beflügelnd. Genau das macht die Manie so gefährlich: Ohne Behandlung können schwerwiegende finanzielle, berufliche oder zwischenmenschliche Folgen eintreten, die die Betroffenen später – wenn die Stimmung wieder abfällt – bereuen.
Bei einer bipolaren Störung (früher manisch-depressive Erkrankung) durchlaufen Betroffene sowohl depressive als auch manische Phasen. Diese Krankheit ist sozusagen die Kombination aus Depression und Manie. Typischerweise wechseln episodenhaft Phasen tiefster Depression (mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit) mit Phasen der Manie (extrem gehobene Stimmung, Überaktivität, Reizbarkeit) (Quelle: neurologen-und-psychiater-im-netz.org). Zwischen den akuten Episoden können Wochen oder Monate relativ stabiler Stimmung liegen, aber ohne Behandlung kehren die Extreme meist immer wieder. Bipolare Störungen beginnen oft im jungen Erwachsenenalter und verlaufen chronisch, das heißt, die Neigung zu diesen Stimmungsschwankungen bleibt meist ein Leben lang bestehen (Quelle: neurologen-und-psychiater-im-netz.org). In depressiven Episoden fühlen sich Bipolare wie bei einer "klassischen" Depression, in manischen Episoden wie oben beschrieben extrem energiegeladen und enthemmt. Dieses Auf und Ab kann für die Betroffenen und ihr Umfeld sehr belastend sein. Wichtig ist zu wissen, dass bipolare Störungen behandelbar sind – mit geeigneter Therapie lässt sich die Häufigkeit und Intensität der Phasen oft verringern. Unbehandelt hingegen können Bipolare durch die abwechselnden Hochs und Tiefs in ernsthafte Krisen geraten (z.B. finanzielle Probleme in der Manie, Suizidgefahr in der Depression). Die Ursachen einer bipolaren Störung ähneln denen der Depression; allerdings scheint hier die erbliche Veranlagung noch bedeutsamer zu sein (Quelle: onmeda.de). Etwa 1–3 % der Bevölkerung sind von bipolaren Störungen betroffen (Quelle: neurologen-und-psychiater-im-netz.org), Männer und Frauen etwa gleich häufig.
Dysthymie (auch dysthymische Störung genannt) ist eine chronische, leichtere Form der Depression. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet grob „schlechte Stimmung“. Bei der Dysthymie erleben Betroffene eine dauerhaft gedrückte Grundstimmung, die jedoch weniger stark ausgeprägt ist als bei einer schweren Depression (Quelle: de.wikipedia.org). Man kann sich das als eine Art „Dauer-Blues“ vorstellen: Die Symptome (Traurigkeit, Antriebslosigkeit, geringe Selbstachtung usw.) sind milder, dafür aber ziehen sie sich über sehr lange Zeit. Per Definition dauert eine Dysthymie mindestens zwei Jahre an (bei Jugendlichen ein Jahr) (Quelle: de.wikipedia.org). Viele Betroffene empfinden sich selbst vielleicht einfach als ständig melancholisch oder pessimistisch, ohne zu erkennen, dass dies ein behandelbares Krankheitsbild ist. Im Alltag können Menschen mit Dysthymie meist noch funktionieren, weil die Symptome nicht überwältigend sind – dennoch beeinträchtigt die anhaltende Niedergeschlagenheit die Lebensqualität erheblich. Oft beginnt die Dysthymie bereits im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter und kann sich über Jahrzehnte hinziehen, wenn sie nicht behandelt wird. Wichtig zu wissen: Auch eine „immer nur leichte“ Depression wie die Dysthymie kann mit psychotherapeutischer Hilfe und ggf. Medikamenten gelindert werden.
Zyklothymie (oder Zyklothymia) ist vergleichbar mit einer abgeschwächten Form der bipolaren Störung. Es handelt sich um eine anhaltende Instabilität der Stimmung, bei der es immer wieder zu Schwankungen zwischen leichteren depressiven und leichten manischen Phasen (Hypomanien) kommt (Quelle: de.wikipedia.org). Diese Stimmungsschwankungen sind chronisch: Die zyklothyme Veranlagung beginnt meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter und kann ohne Behandlung ein Leben lang anhalten (Quelle: de.wikipedia.org). Wichtig ist, dass die Extreme weniger ausgeprägt sind als bei einer echten bipolaren Störung – die Kriterien einer voll ausgeprägten Depression oder Manie werden nicht erreicht (Quelle: de.wikipedia.org). Deshalb bemerken die Betroffenen und ihr Umfeld oft lange nicht, dass es sich um eine Störung handelt. Nach außen wirken Menschen mit Zyklothymie vielleicht einfach als launisch oder extrem wechselhaft gelaunt. In guten Phasen sind sie energiegeladen, reden viel, schlafen wenig und sprühen vor Optimismus (ähnlich einer Hypomanie). In schlechten Phasen hingegen fühlen sie sich niedergeschlagen, antriebsarm und pessimistisch (ähnlich einer leichten Depression). Diese Wechsel können Tage oder Wochen andauern. Weil die Symptome moderater sind, kommen Zyklothyme oft ohne größere Krisen durchs Leben – allerdings kann die dauernde Berg-und-Tal-Fahrt der Gefühle Beziehungen, Arbeit und Selbstwertgefühl belasten. Auch hier gilt: Sollte die Zyklothymie das Leben beeinträchtigen, kann professionelle Hilfe (Therapie, evtl. Medikamente) dabei unterstützen, die Stimmung zu stabilisieren. Zyklothymie wird den anhaltenden affektiven Störungen zugeordnet, ebenso wie die Dysthymie (Quelle: de.wikipedia.org).
Saisonale affektive Störungen (Winterdepression, Sommerdepression usw.)
Eine saisonale affektive Störung (SAS) ist eine Form der Depression, die jahreszeitlich auftritt. Am bekanntesten ist die Winterdepression, bei der die depressiven Episoden überwiegend in den dunklen Herbst- und Wintermonaten vorkommen (Quelle: flexikon.doccheck.com). Im Frühjahr und Sommer verschwinden die Symptome oft ganz oder bessern sich deutlich (Quelle: flexikon.doccheck.com). Eine Winterdepression ist gekennzeichnet durch die typischen Depressionssymptome (anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessensverlust, Antriebsmangel) sowie einige atypische Symptome: Viele Betroffene sind ungewöhnlich müde, schlafen deutlich länger als sonst und haben einen vermehrten Appetit, speziell auf süße oder kohlenhydratreiche Lebensmittel, was oft zu Gewichtszunahme führt (Quellen: de.wikipedia.org, flexikon.doccheck.com). Diese Merkmale unterscheiden die Winterdepression von anderen Depressionen, bei denen eher Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit vorkommen (Quelle: de.wikipedia.org). Als Hauptursache der saisonalen Depression gilt der Lichtmangel in den Wintermonaten, der den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Hormonproduktion (z.B. Melatonin) beeinflusst (Quelle: flexikon.doccheck.com). Das weniger verfügbare Tageslicht im Winter führt vermutlich dazu, dass der Körper den Tag-Nacht-Rhythmus verschiebt und vermehrt Schlafhormon ausschüttet, was Müdigkeit und Energiemangel begünstigt (Quelle: flexikon.doccheck.com). Saisonale affektive Störungen kommen vor allem in Ländern mit ausgeprägten Jahreszeiten vor; in nördlichen Ländern mit langen Wintern sind sie häufiger als in Äquatornähe. Umgangssprachlich spricht man auch vom "Winterblues", wenn die Symptome mild sind. Wichtig: Eine echte Winterdepression ist mehr als nur ein vorübergehendes Stimmungstief bei Schmuddelwetter – sie ist eine behandlungsbedürftige Depression, die jährlich wiederkehren kann. Zum Glück spricht sie in der Regel gut auf Lichttherapie und andere Maßnahmen an (siehe Behandlungsmöglichkeiten unten).
Dysphorie beschreibt keinen einzelnen Krankheitsverlauf, sondern eher einen Gefühlszustand bzw. ein Symptom, das bei affektiven Störungen auftreten kann. Wörtlich ist es das Gegenteil von Euphorie. Dysphorie bedeutet anhaltende Missmutigkeit, Unzufriedenheit und Reizbarkeit. Betroffene sind dauerhaft schlechter Laune, fühlen sich innerlich unwohl und neigen dazu, ihre Gereiztheit an ihrer Umgebung auszulassen (Quelle: selfapy.com). Dieser Zustand des generellen Unwohlseins kann als eigenständige Affektstörung auftreten, aber häufig ist Dysphorie Teil einer anderen Erkrankung (Quelle: selfapy.com). So kennt man z.B. dysphorische Stimmungen im Rahmen von Depressionen (manche Depressive sind weniger traurig als vielmehr gereizt und unzufrieden). Auch bei bipolaren Störungen oder in Mischphasen kann Dysphorie vorkommen – etwa wenn man gleichzeitig elendig gestimmt, aber innerlich aufgewühlt ist. Selbst außerhalb psychischer Erkrankungen kann es zu dysphorischer Verstimmtheit kommen, z.B. bei hormonellen Veränderungen (man spricht dann von prämenstrueller Dysphorie im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus) (Quelle: selfapy.com). Der Begriff Dysphorie wird zudem im Kontext von Gender Dysphoria (Geschlechtsdysphorie) benutzt, wobei es dort um das Unwohlsein mit dem eigenen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht geht – ein spezieller Anwendungsfall des Begriffs. Im Allgemeinen kann man sich Dysphorie aber einfach als einen anhaltenden Zustand schlechter Laune vorstellen, der deutlich über normale Unzufriedenheit hinausgeht. Er kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, vor allem wenn er längere Zeit anhält. Menschen mit dysphorischer Stimmung sollten wie bei anderen affektiven Symptomen nicht zögern, sich Unterstützung zu suchen, wenn der Missmut zur Belastung wird.
Darüberhinaus wird Dysphorie auch als Begriff für Unlustphasen verwendet, in denen Betroffene eine selbstdiagnostizierte Depression angeben, während sie eigentlich nur keine Lust auf ihre Aufgaben haben.
Affektive Störungen sind behandelbar – je früher Hilfe in Anspruch genommen wird, desto besser die Prognose. Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad und Art der Störung und umfasst in der Regel eine Kombination aus Psychotherapie und/oder medikamentöser Therapie (Quelle: onmeda.de). Im Folgenden ein Überblick über gängige Ansätze in Psychotherapie und Psychiatrie:
Psychotherapie: Eine Gesprächstherapie oder psychotherapeutische Behandlung ist bei allen affektiven Störungen sehr wichtig. Besonders bewährt hat sich die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Depressionen: Hier lernt man, negative Denkmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern (Quelle: onmeda.de). Auch andere Therapieverfahren wie die Interpersonelle Therapie oder tiefenpsychologisch fundierte Therapien können hilfreich sein. In der Psychotherapie arbeiten Patient/in und Therapeut/in gemeinsam daran, aktuelle Probleme zu bewältigen, Auslöser zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Bei bipolaren Störungen hilft Therapie beispielsweise, frühzeitige Warnzeichen für neue manische oder depressive Phasen zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen (Quelle: onmeda.de). Außerdem bietet die Therapie Raum, über belastende Gefühle zu sprechen, was bereits entlastend wirken kann. Wichtig ist eine vertrauensvolle Therapeut-Patient-Beziehung, damit offen über alles gesprochen werden kann – einschließlich Suizidgedanken, Ängsten oder Probleme mit der Medikamenteneinnahme.
Medikamente (Psychopharmaka): Bei mittleren bis schweren Ausprägungen einer affektiven Störung kommen oft Medikamente zum Einsatz, die die gestörte Hirnchemie ausgleichen sollen (Quelle: onmeda.de). Bei Depressionen sind das vor allem Antidepressiva. Moderne Antidepressiva (z.B. SSRIs) erhöhen die Verfügbarkeit von Serotonin und Noradrenalin im Gehirn und heben so bei vielen Patienten die Stimmung (Quelle: onmeda.de). Wichtig zu wissen: Antidepressiva machen nicht abhängig und verändern nicht die Persönlichkeit – sie helfen, das neurochemische Gleichgewicht wiederherzustellen. Meist dauert es 2–4 Wochen, bis die stimmungsaufhellende Wirkung spürbar wird. Bei bipolaren Störungen und Manien werden in der Regel Stimmungsstabilisierer eingesetzt (Quelle: onmeda.de). Ein bekanntes und sehr wirksames Mittel ist Lithium, das man vorbeugend gegen neue Episoden einnimmt (Quelle: onmeda.de). Auch bestimmte Antiepileptika (wie Valproat oder Carbamazepin) wirken stimmungsstabilisierend und werden häufig verschrieben. In akuten manischen Phasen oder bei gemischten Episoden können zudem atypische Antipsychotika (Neuroleptika) gegeben werden, um extreme Erregungszustände zu dämpfen (Quelle: onmeda.de). Bei schweren Depressionen, die auf Antidepressiva nicht ansprechen, kommen manchmal andere Verfahren zum Einsatz, z.B. eine hochdosierte Schlafentzugstherapie (kontrollierter Schlaf-Wach-Rhythmus, der vorübergehend die Stimmung heben kann) (Quelle: onmeda.de).
oder in spezialisierten Kliniken auch Elektrokonvulsionstherapie (EKT). Letzteres wird aber nur in sehr schweren, therapieresistenten Fällen in Erwägung gezogen. Generell wird die medikamentöse Therapie immer individuell angepasst – was für die eine Person gut wirkt, muss für die andere noch nicht passen. Daher ist oft etwas Geduld erforderlich, bis das optimale Medikament und die richtige Dosierung gefunden sind.
Weitere Ansätze: Zusätzlich zu Therapie und Medikamenten gibt es ergänzende Maßnahmen, die insbesondere bei leichteren affektiven Störungen oder als Unterstützung der Hauptbehandlung dienen (Quelle: onmeda.de). Dazu zählt vor allem eine gesunde Lebensführung: Ausreichend Schlaf, ein regelmäßiger Tagesrhythmus, körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können die Stimmung positiv beeinflussen. Bei saisonalen Depressionen (Winterdepression) hilft oft eine gezielte Lichttherapie – das tägliche Sitzen vor einer speziellen Tageslichtlampe am Morgen kann den Lichtmangel ausgleichen und die Symptome lindern (Quelle: flexikon.doccheck.com). Auch Entspannungsverfahren (wie Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Achtsamkeitsübungen) reduzieren Stress und können Stimmungsschwankungen abmildern (Quelle: onmeda.de). Soziale Unterstützung ist ebenso wichtig: Der Austausch in Selbsthilfegruppen oder das Einbeziehen von Familie und Freunden gibt Rückhalt. In akuten Krisen (z.B. bei Suizidgefahr oder psychotischen Symptomen) kann ein kurzfristiger Aufenthalt im Krankenhaus (Psychiatrie) notwendig sein, um die Sicherheit des Betroffenen zu gewährleisten und intensiv zu behandeln.
Prognose: Mit professioneller Hilfe lassen sich affektive Störungen in den meisten Fällen gut behandeln. Viele Menschen schaffen es, durch Therapie und ggf. Medikamente ein weitgehend stabiles Leben zu führen und lange Phasen ohne Rückfall zu erleben. Wichtig ist die rechtzeitige Behandlung, da chronische Verläufe und wiederholte Episoden sonst zu immer stärkeren Beeinträchtigungen führen können. Wer Anzeichen einer Depression oder anderen affektiven Störung an sich bemerkt, sollte sich daher nicht scheuen, mit einer/m Ärzt/in oder Therapeut/in zu sprechen. Je früher man interveniert, desto besser lassen sich extreme Stimmungstiefs oder -hochs abfangen. Psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie körperliche – und Hilfe zu suchen, zeugt von Stärke und dem Wunsch, etwas zu verändern. Leserinnen und Leser dieser Seite sollen ermutigt werden: Affektive Störungen sind ernst, aber man kann viel tun, um sie zu bewältigen. Mit dem richtigen Wissen und Unterstützung verlässt man diesen Abschnitt hoffentlich mit einem besseren Verständnis für affektive Störungen und der Zuversicht, dass es immer einen Weg zur Besserung gibt.
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