Traumastörungen

Einführung


Trauma-Störungen (auch Traumafolgestörungen genannt) sind psychische Erkrankungen, die nach traumatischen Erlebnissen auftreten können. Ein Trauma bezeichnet ein extrem belastendes Ereignis – etwa eine Naturkatastrophe, ein schwerer Unfall, körperliche oder sexuelle Gewalt – das die seelische Belastungsgrenze eines Menschen überschreitet (Quelle: gesundheitsinformation.de). Solche erschütternden Erfahrungen können das Leben der Betroffenen nachhaltig beeinflussen. Nicht jeder Mensch entwickelt nach einem Trauma eine psychische Störung; viele verarbeiten das Erlebte mit der Zeit. Bei manchen jedoch bleibt die seelische Wunde bestehen und führt zu langanhaltenden Beschwerden. Trauma-Störungen umfassen verschiedene Krankheitsbilder wie akute und chronische Belastungsreaktionen sowie posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Allen gemeinsam ist, dass die Betroffenen unter den Folgen des Traumas seelisch leiden und Unterstützung benötigen, um das Erlebte zu bewältigen.

Symptome, Anzeichen, Ursachen


Nach einem Trauma reagiert die Psyche sowohl psychologisch als auch neurobiologisch auf den extremen Stress. Auch das soziale Umfeld spielt eine Rolle bei der Verarbeitung. In diesem Abschnitt werden die Hintergründe verständlich erklärt – von inneren Bewältigungsmechanismen über Veränderungen im Gehirn bis zu gesellschaftlichen Einflüssen.


Psychologische Ursachen und Bewältigungsmechanismen


Ein traumatisches Erlebnis versetzt den Körper in Alarmbereitschaft und kann starke Angstreaktionen auslösen. Die Psyche versucht, mit der Überwältigung fertigzuwerden, und nutzt dabei verschiedene Bewältigungsmechanismen. Typische psychologische Reaktionen sind zum Beispiel:


  • Dissoziation: Dabei spaltet sich ein Teil des Erlebens ab. Betroffene berichten, dass sie während des Traumas oder in stressigen Momenten wie „neben sich stehen“, die Situation wie in einem Film beobachten oder gefühllos werden. Dissoziation ist eine Art Schutzmechanismus des Geistes, um extremen Stress auszuhalten (Quelle: klinik-friedenweiler.de). Kurzfristig kann das helfen, das Ereignis zu überstehen – langfristig kann häufige Dissoziation jedoch dazu führen, dass man sich entfremdet und Probleme hat, das Erlebte einzuordnen.
  • Vermeidungsverhalten: Aus Angst vor schmerzhaften Erinnerungen meiden viele Trauma-Betroffene alles, was sie an das Ereignis erinnert (Quelle: gesundheitsinformation.de). Sie vermeiden bestimmte Orte, Situationen oder Gespräche über das Geschehene. Diese Vermeidung reduziert zwar kurzfristig die Angst, verhindert aber, dass die Erinnerung verarbeitet wird. So bleibt die Furcht vor den Triggern bestehen oder verstärkt sich sogar mit der Zeit.
  • Angstkonditionierung: Ein Trauma kann das Gehirn sozusagen „fehlprogrammieren“. Neutrale Reize, die während des traumatischen Ereignisses vorhanden waren, werden mit extremer Angst verknüpft. Dieses lerntheoretische Phänomen nennt man Angstkonditionierung. Zum Beispiel kann ein bestimmter Geruch oder ein lautes Geräusch, das beim Trauma eine Rolle spielte, später eine intensive Angstreaktion auslösen – selbst wenn von dem Reiz objektiv keine Gefahr ausgeht. Das Gehirn hat gelernt, diesen Auslöser automatisch mit Alarm zu beantworten. Dadurch fühlen sich Betroffene oft wie „auf Knopfdruck“ wieder im Trauma, wenn ihnen solche Auslöser begegnen.


Neben Angst und Dissoziation zeigen viele Betroffene auch allgemeine Stresssymptome wie Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen oder anhaltende Nervosität. Oft leiden sie unter gedrückter Stimmung, Schuldgefühlen oder Scham. All dies sind psychologische Auswirkungen des Traumas, die verständlich werden, wenn man betrachtet, was für ein Ausnahmezustand während einer traumatischen Erfahrung herrscht.


Neurobiologische Faktoren


Extreme seelische Belastung hinterlässt auch Spuren im Gehirn und im Hormonhaushalt. Bei Trauma-Störungen haben Studien Veränderungen in bestimmten Hirnregionen und Stresssystemen festgestellt:


  • Amygdala (Mandelkern): Dieser mandelförmige Bereich im limbischen System ist für die Verarbeitung von Angst und Alarmreaktionen zuständig. Nach traumatischen Erfahrungen kann die Amygdala dauerhaft auf „Hab-Acht-Modus“ schalten. Sie ist dann überaktiv und reagiert sehr empfindlich auf mögliche Gefahrenreize. Das führt dazu, dass Betroffene in Alltagssituationen plötzlich starke Angst empfinden oder startle-Reaktionen zeigen, selbst wenn keine objektive Bedrohung da ist. Die Angstschwelle ist gesenkt – das Gehirn bewertet Reize vorschnell als gefährlich.
  • Hippocampus: Der Hippocampus ist für Gedächtnisbildung und die Einordnung von Erlebnissen in Raum und Zeit verantwortlich (eine Art „Archiv“ für Erinnerungen). Traumatischer Stress beeinträchtigt die Funktion des Hippocampus (Quellen: posttraumatische-belastungsstoerung.com, posttraumatische-belastungsstoerung.com). Die Folge: traumatische Ereignisse werden oft fragmentiert und ungeordnet gespeichert. Betroffene haben einerseits Flashbacks (sehr lebendige, ungewollte Erinnerungssplitter, als würde man das Trauma erneut durchleben), andererseits Erinnerungslücken für Teile des Geschehens. Der Hippocampus schafft es unter extremem Stress nicht, die Erinnerung als vergangen abzuspeichern. Dadurch bleibt das Erlebnis im Gehirn “aktuell” und drängt immer wieder ins Bewusstsein, statt als vergangene Erinnerung abgelegt zu sein.
  • HPA-Achse (Stresshormon-System): Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse steuert die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Ein Trauma kann dieses System aus dem Gleichgewicht bringen. Akut schüttet der Körper in Lebensgefahr massenhaft Stresshormone aus – das sorgt für die nötige Energiebereitstellung (Kampf-oder-Flucht-Reaktion). Bleibt der Stress jedoch bestehen, kann es zu einer chronischen Fehlregulation kommen. Viele Menschen mit PTBS haben z.B. einen ständig erhöhten adrenergen Tonus (immer „auf Alarm“) und atypische Cortisolwerte. Einige Studien fanden sogar erniedrigte Cortisol-Grundspiegel bei länger bestehender PTBS, was paradox erscheinen mag – möglicherweise eine Erschöpfungserscheinung des Systems. Klar ist: Die Stressregulation ist verändert. Betroffene berichten von dauerhafter innerer Unruhe, Schlafproblemen durch nächtliche Alarmreaktionen oder körperlichen Stresssymptomen (Herzklopfen, Schwitzen, Zittern) bei kleinsten Auslösern (Quelle: gesundheitsinformation.de). Diese körperlichen Reaktionen zeigen, dass das autonome Nervensystem nach dem Trauma leicht aus dem Gleichgewicht gerät.


Zusätzlich diskutiert die Forschung weitere neurobiologische Faktoren. Veränderungen in der Großhirnrinde (zuständig für Rationalität und Impulskontrolle) könnten erklären, warum Trauma-Betroffene manchmal Schwierigkeiten haben, ihre starken emotionalen Reaktionen zu kontrollieren. Auch bestimmte Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn, wie Serotonin oder Noradrenalin) können aus dem Lot geraten sein (Quelle: klinik-friedenweiler.de). Insgesamt zeigt sich: Ein Trauma prägt das Gehirn. Viele dieser Veränderungen sind aber bei erfolgreicher Therapie zumindest teilweise reversibel – das Gehirn ist formbar und kann heilen.


Gesellschaftliche Einflüsse und soziale Faktoren


Nicht nur innere Prozesse, auch das Umfeld beeinflusst, wie Menschen mit einem Trauma umgehen und ob sich eine Störung entwickelt. Gesellschaftliche Faktoren können dabei helfen oder hinderlich sein:


  • Stigmatisierung und Tabus: Leider sind psychische Erkrankungen noch immer mit Vorurteilen behaftet. Trauma-Betroffene stoßen manchmal auf Unverständnis – etwa die Erwartung „das müsste doch vorbei sein“ oder gar die Unterstellung, sie würden übertreiben. Solche Reaktionen können dazu führen, dass Betroffene aus Scham schweigen und keine Hilfe suchen. Die Stigmatisierung verstärkt das Leid, denn sie isoliert die Menschen zusätzlich. Besonders bei bestimmten Trauma-Arten (z.B. sexualisierte Gewalt) schämen sich Opfer oft aufgrund gesellschaftlicher Tabus und sprechen nicht darüber (Quelle: medicamondiale.org). Ein unterstützendes, verständnisvolles Umfeld dagegen kann wie ein Puffer wirken und Betroffenen das Gefühl geben, mit ihren Problemen ernst genommen zu werden.
  • Anerkennung von Trauma-Folgestörungen: In der Medizin und Gesellschaft hat es über die Jahre zunehmende Anerkennung für Trauma-Störungen gegeben. Früher wurden z.B. kriegstraumatisierte Soldaten oft mit Unverständnis behandelt („Granatenschock“ oder „Schwachstellen“); heute weiß man, dass es sich um ein behandelbares Krankheitsbild handelt. Diagnosen wie die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wurden erst ab 1980 (DSM-III) offiziell eingeführt und haben das Bewusstsein geschärft. In der aktuellen ICD-11 (internationale Krankheitsklassifikation) wurde sogar die Komplexe PTBS als eigene Diagnose aufgenommen, was die besonderen Bedürfnisse dieser Patienten anerkennt. Die offizielle Anerkennung hilft Betroffenen, Zugang zu Therapie und ggf. Entschädigung zu erhalten. Zudem fördert sie die Forschung auf diesem Gebiet.
  • Soziale Unterstützung: Studien zeigen, dass ein stabiles soziales Netz ein wichtiger Schutzfaktor ist. Menschen, die nach einem Trauma Unterstützung von Familie, Freunden oder Hilfsangeboten bekommen, können das Erlebte oft besser verarbeiten. Umgekehrt erhöht soziale Isolation oder anhaltender Stress (etwa wenn das Umfeld unsicher bleibt – Beispiel: Geflüchtete in Kriegssituationen) das Risiko für chronische Verläufe. Auch kulturelle Einflüsse spielen mit hinein: Wie geht eine Gesellschaft mit Trauma um? Gibt es Rituale oder Möglichkeiten, kollektiv zu trauern und Ereignisse aufzuarbeiten (z.B. Gedenkfeiern nach Katastrophen)? All das beeinflusst, wie Einzelne ihr Trauma einordnen können.


Insgesamt gilt: Je mehr Verständnis, Entlastung und professionelle Hilfe ein traumatisierter Mensch erfährt, desto besser sind die Chancen, eine Traumafolgestörung zu lindern oder zu verhindern. Eine offene gesellschaftliche Diskussion über psychische Gesundheit und Trauma – wie sie in den letzten Jahren mehr und mehr geführt wird – trägt dazu bei, das Schweigen und Stigma zu durchbrechen.

Beispiele für Trauma-Störungen


Unter dem Begriff Trauma-Störungen werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefasst. Im Folgenden stellen wir die häufigsten Traumafolgestörungen vor – in der chronologischen Reihenfolge, in der sie typischerweise auftreten können. Von der akuten Schockreaktion direkt nach dem Ereignis bis hin zu komplexen chronischen Störungen, die sich über Jahre entwickeln, gibt es verschiedene Ausprägungen.


Akute Belastungsreaktion


Akute Belastungsreaktion (ABR) bezeichnet die unmittelbare psychische Reaktion auf ein traumatisches Ereignis. Sie tritt während oder kurz nach dem Trauma auf – oft innerhalb von Minuten oder Stunden. Umgangssprachlich wird so etwas auch als „Nervenzusammenbruch“ oder Schockzustand beschrieben. In dieser Phase ist die Seele überwältigt und versucht, mit dem unvorstellbaren Geschehen fertigzuwerden. Typische Anzeichen einer akuten Belastungsreaktion sind z.B.:


  • emotionale Betäubung oder Teilnahmslosigkeit (man steht unter Schock und fühlt erstmal nichts),
  • oder im Gegenteil heftige Gefühlsausbrüche wie Weinen, Zittern, Panikattacken,
  • Desorientiertheit (zeitweise nicht wissen, wo man ist oder was passiert),
  • und oft auch dissoziative Symptome: Betroffene berichten z.B., dass sie das Gefühl hatten, das Geschehen von außerhalb ihres Körpers zu beobachten, als wäre es nicht real.


Der Körper zeigt in der akuten Reaktion meist klare Stresssymptome: Herzrasen, Schwitzen, flache Atmung, Schwindel oder motorische Unruhe. Diese akute Phase ist in der Regel zeitlich begrenzt. Eine ausgeprägte akute Belastungsreaktion hält meist einige Stunden bis wenige Tage an und klingt dann ab (Quelle: msdmanuals.com). In vielen Fällen normalisieren sich die psychischen Funktionen danach weitgehend – das Ereignis ist aber natürlich nicht vergessen. Wichtig ist, dass Betroffene in dieser Schockphase Schutz und Ruhe bekommen. Direkt nach dem Trauma stehen Krisenintervention und Stabilisierung im Vordergrund (zum Beispiel medizinische Hilfe leisten, für Sicherheit sorgen, die Person nicht allein lassen). Eine akute Belastungsreaktion ist keine „Störung“ im krankhaften Sinne, sondern eher eine normale menschliche Reaktion auf ein „unnormales“ Ereignis. Allerdings kann eine sehr heftige akute Reaktion ein Hinweis darauf sein, dass die Verarbeitung schwierig wird. In manchen Fällen geht eine akute Belastungsreaktion fließend in eine länger andauernde posttraumatische Störung über (Quelle: msdmanuals.com).


Anpassungsstörung


Eine Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf belastende Veränderungen oder Lebensereignisse, die nicht unbedingt lebensbedrohlich sein müssen, aber trotzdem starken seelischen Stress verursachen. Beispiele: der Verlust eines geliebten Menschen, eine Scheidung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder andere einschneidende Veränderungen. Auch Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten oder größere Umbrüche erleben, können Anpassungsstörungen entwickeln. Im Unterschied zur akuten Belastungsreaktion (die direkt auf ein Trauma folgt) beginnt die Anpassungsstörung oft verzögert – typischerweise innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach dem auslösenden Ereignis (Quelle: msdmanuals.com). Sie kann auftreten, wenn die Anforderungen der neuen Situation die Bewältigungsmöglichkeiten einer Person übersteigen.


Symptome einer Anpassungsstörung können sehr vielfältig sein, häufig treten jedoch auf:


  • Depressive Verstimmung oder Ängstlichkeit (die Person fühlt sich niedergeschlagen, hoffnungslos oder ständig besorgt),
  • Reizbarkeit und Nervosität,
  • Rückzug von sozialen Kontakten,
  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • und oft auch psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Appetitverlust oder körperliche Unruhe.


Kennzeichnend ist, dass die emotionale Reaktion unangemessen stark im Verhältnis zur auslösenden Veränderung ist und die Alltagsfunktion deutlich beeinträchtigt (Quelle: msdmanuals.com). Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, sich an die neue Lebenssituation anzupassen – daher der Name. Eine Anpassungsstörung setzt somit an einem Stressor an (einem belastenden Ereignis oder Wandel), der für sich genommen nicht das klassische Trauma-Kriterium (Lebensgefahr, extreme Gewalt) erfüllen muss, aber dennoch erheblichen Stress verursacht. Die Störung klingt meist innerhalb von sechs Monaten wieder ab, vor allem wenn der Auslöser zeitlich begrenzt war (Quelle: msdmanuals.com). Hält der Stressor allerdings an (z.B. anhaltende Pflege eines kranken Angehörigen, andauernde Mobbingsituation), können die Symptome auch chronischer werden. Zur Behandlung einer Anpassungsstörung setzt man vor allem auf psychotherapeutische Unterstützung, Stressbewältigungsstrategien und gegebenenfalls kurzfristig beruhigende oder stimmungsaufhellende Medikamente, um die Anpassungsphase zu erleichtern. Wichtig für Betroffene ist das Signal: Ihre Reaktion ist verständlich und vorübergehend – mit Hilfe und etwas Zeit kann eine neue seelische Balance gefunden werden.


Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)


Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist die bekannteste Trauma-Folgestörung. Sie entwickelt sich als direkte Folge eines oder mehrerer extrem traumatischer Ereignisse (Psychotrauma). Typischerweise treten die Symptome einer PTBS innerhalb der ersten Wochen bis Monate nach dem Trauma auf (Quelle: de.wikipedia.org), allerdings kann die Störung in manchen Fällen auch verzögert manifest werden (man spricht dann von einer verzögerten PTBS, die erst Monate nach dem Ereignis deutlich wird). Im Gegensatz zur akuten Belastungsreaktion persistieren die Beschwerden bei PTBS über längere Zeit (mindestens einen Monat, Diagnose meist nach frühstens 6 - 24 Monaten) und führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung im Alltag (Quelle: msdmanuals.com).


Woran erkennt man eine PTBS? Die Symptomatik lässt sich in vier Hauptbereiche gliedern:


  • Wiedererleben (Intrusionen): Das Trauma lässt die Betroffenen nicht los; sie werden von belastenden Erinnerungen förmlich heimgesucht. Dazu gehören Flashbacks – plötzlich auftauchende, äußerst lebhafte Erinnerungsszenen, bei denen es sich anfühlt, als würde das Ereignis gerade noch einmal passieren (Quelle: gesundheitsinformation.de). Viele erleben auch Albträume, in denen das Trauma oder Aspekte davon immer wieder auftauchen. Diese aufdrängenden Erinnerungen rufen die intensiven Gefühle von Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen erneut hervor, oft mit entsprechenden körperlichen Reaktionen. Betroffene verspüren Herzklopfen, Zittern, Schweißausbrüche, Schmerzen oder Atemnot, wenn die Erinnerung sie überflutet (Quelle: gesundheitsinformation.de). Das Wiedererleben kann durch bestimmte Auslöser (Trigger) angestoßen werden – etwa Geräusche, Gerüche oder Situationen, die an das Trauma erinnern – manchmal kommt es aber auch „aus dem Nichts“.
  • Vermeidungsverhalten und emotionale Abstumpfung: Weil die Erinnerungen so quälend sind, versuchen Menschen mit PTBS, alles zu vermeiden, was sie daran erinnern könnte (Quelle: gesundheitsinformation.de). Sie gehen bestimmten Orten oder Aktivitäten aus dem Weg, möchten nicht über das Ereignis sprechen und verdrängen traumaassoziierte Gedanken. Dieser Rückzug betrifft oft auch Hobbys oder Kontakte, die ihnen früher wichtig waren – aus Angst, irgendetwas könne die Erinnerung wecken. Viele fühlen sich zudem innerlich wie betäubt. Freude, Liebe oder andere positive Gefühle werden seltener oder gar nicht mehr empfunden (emotionale Taubheit). Diese Abstumpfung ist ebenfalls eine Form von Schutzmechanismus: Die Psyche macht dicht, um nicht mehr verletzt zu werden. Leider führt das oft zu sozialem Rückzug und Entfremdung von Freunden und Familie.
  • Anhaltende Übererregung (Hyperarousal): Die Betroffenen befinden sich in einem Zustand ständiger Alarmbereitschaft. Das Nervensystem ist übererregt, als stünde die Gefahr jederzeit vor der Tür. Typische Hypervigilanz-Symptome sind z.B. Schlafstörungen (weil man nicht „abschalten“ kann) (Quelle: gesundheitsinformation.de), Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit oder Wutausbrüche und eine übermäßige Schreckhaftigkeit bei unerwarteten Geräuschen oder Bewegungen. Viele fühlen sich, als müssten sie ständig auf der Hut sein – etwa in Restaurants immer mit dem Rücken zur Wand sitzen, um den Raum im Blick zu haben, oder heftig zusammenzuzucken, wenn jemand sie unerwartet berührt. Dieses dauernde Anspannen ist extrem erschöpfend für Körper und Psyche.
  • Negative Veränderungen von Denken und Stimmung: Menschen mit PTBS entwickeln häufig anhaltend negative Gedanken über sich selbst, andere oder die Welt. Das Vertrauen in die Sicherheit der Welt ist erschüttert. Häufige Gedankenmuster sind zum Beispiel: „Die Welt ist gefährlich“, „Ich habe versagt“ oder starke Schuldgefühle, weil man das Ereignis nicht verhindert hat. Viele fühlen sich minderwertig oder hoffnungslos. Außerdem geht oft das Interesse an Aktivitäten verloren, die zuvor Freude bereitet haben. In schweren Fällen kann eine PTBS von depressiven Symptomen begleitet werden. Auch Dissoziation kann hier eine Rolle spielen: Manche haben das Gefühl, sie seien nicht mehr der- oder dieselbe wie vor dem Ereignis, oder sie erleben gelegentlich Depersonalisation/Derealisation (sich selbst und die Umwelt als unwirklich empfinden).


Eine PTBS kann ohne Behandlung Monate oder Jahre, sogar Jahrzehnte andauern und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Wichtig zu wissen: PTBS ist eine anerkannte Erkrankung, für die es wirksame Therapien gibt (siehe Behandlungsmöglichkeiten unten). Viele Menschen scheuen sich zunächst, Hilfe zu suchen, weil sie glauben „selbst damit klarkommen zu müssen“ – doch eine frühe professionelle Unterstützung kann verhindern, dass sich die Symptome chronifizieren.


Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS)


Die komplexe PTBS (Abk. kPTBS) entsteht als Folge von langanhaltenden oder wiederholten Traumatisierungen, meistens in frühen Lebensphasen. Beispiele sind: jahrelanger Kindesmissbrauch (körperlich oder emotional), sexuelle Gewalt über längere Zeit, chronische Vernachlässigung in der Kindheit, Folter oder Geiselhaft, Kriegsgefangenschaft oder andauernde häusliche Gewalt im Erwachsenenalter. Es handelt sich also um nicht einmalige Ereignisse, sondern um Traumata in Serie, aus denen es kein Entkommen gab. Diese andauernde Extrembelastung wirkt sich tiefergehend auf die Persönlichkeit und Entwicklung aus als ein einzelnes Trauma. Die komplexe PTBS wurde lange unter verschiedenen Begriffen diskutiert (z.B. „DESNOS“ – Disorder of Extreme Stress Not Otherwise Specified, oder im ICD-10 als „anhaltende Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung“ bezeichnet). In der ICD-11 ist kPTBS nun offiziell als eigenständige Diagnose anerkannt.


Symptome der komplexen PTBS umfassen im Grunde die Kernsymptome der PTBS (Wiedererleben, Vermeidung, Übererregung) und zusätzlich eine Reihe weiterer schwerwiegender Beeinträchtigungen:


  • Störungen der Emotionsregulation: Betroffene haben große Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu steuern (Quelle: therapie.de). Sie erleben intensive Scham, Schuld oder Wut und wissen oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. Es kann zu extremen Stimmungsschwankungen kommen. Manche verletzen sich selbst oder greifen zu riskantem Verhalten, um den seelischen Schmerz zu bewältigen.
  • Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsstörungen: Viele Menschen mit komplexer Traumatisierung berichten von häufigen Dissoziationen und Erinnerungslücken (Quelle: therapie.de). Sie „schalten ab“, wenn etwas sie triggert, oder fühlen sich wie betäubt in Stresssituationen. In schweren Fällen kann es zur Entwicklung einer Dissoziativen Identitätsstörung kommen, bei der verschiedene Persönlichkeitsanteile abwechselnd die Kontrolle übernehmen – dies wird als eine extreme Form der Abspaltung verstanden, meist infolge schwerster frühkindlicher Traumata.
  • Negatives Selbstbild: Eine komplexe PTBS geht oft mit einem anhaltend tiefgreifenden Gefühl von Wertlosigkeit einher​ (Quelle: therapie.de). Betroffene haben ein beschädigtes Selbstwertgefühl, empfinden sich als „beschmutzt“ oder grundlegend schlecht. Sie schämen sich zutiefst für das, was ihnen widerfahren ist (obwohl objektiv die Täter die Schuld tragen). Häufig fühlen sie sich dauerhaft isoliert von anderen Menschen, als würden sie nicht dazugehören.
  • Beziehungsschwierigkeiten: Da komplex traumatisierte Menschen oft Verrat und Gewalt durch nahe Bezugspersonen erfahren haben, fällt es ihnen später schwer, anderen zu vertrauen (Quelle: therapie.de). Gleichzeitig sehnen sie sich nach Bindung. Dieses Dilemma führt zu instabilen Beziehungen. Einige geraten immer wieder in Opferrollen oder – umgekehrt – übernehmen selbst dominante, aggressive Verhaltensmuster, weil ihnen ein normales „Mitte“ in Beziehungen fremd ist (Quelle: therapie.de). Ein tiefsitzendes Misstrauen begleitet viele kPTBS-Betroffene.
  • Somatisierung und körperliche Beschwerden: Der seelische Schmerz drückt sich oft körperlich aus. Chronische Schmerzen (Kopf-, Bauch-, Muskelbeschwerden), Magen-Darm-Probleme, Herzbeschwerden oder sexuelle Funktionsstörungen können auftreten (Quelle: therapie.de), ohne ausreichende organische Erklärung. Der Körper „spricht“, wenn die Psyche leidet.
  • Veränderte Lebenseinstellung: Bei vielen geht die Fähigkeit verloren, positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung sind vorherrschend (Quelle: therapie.de). Manche verlieren ihren Lebenssinn oder haben Suizidgedanken. Das Weltbild ist oft von Pessimismus geprägt („Die Welt ist nur grausam“).


Komplexe PTBS ist also umfangreicher als die klassische PTBS. Sie kann als eine schwere, chronische Form der Traumafolgestörung verstanden werden, die alle Lebensbereiche durchdringt. Da die Traumatisierungen häufig in jungen Jahren stattfanden, greifen sie in die Persönlichkeitsentwicklung ein – daher rührt der ältere Begriff „Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung“. Die Behandlung gestaltet sich meist langwieriger und vielschichtiger als bei einer „einfachen“ PTBS, erfordert aber ebenso viel Empathie und Verständnis. Wichtig ist: Auch mit komplexer PTBS ist Heilung oder Besserung möglich, wenngleich in kleinen Schritten. Viele Betroffene lernen im Verlauf der Therapie, sich selbst besser zu verstehen, stabile Beziehungen aufzubauen und ein gewisses Maß an innerer Sicherheit zurückzugewinnen.


Rolle von Dissoziation innerhalb von Trauma-Störungen


Dissoziation – das mentale „Abspalten“ – haben wir bereits als Symptom erwähnt, aber es spielt eine so bedeutende Rolle bei Trauma-Störungen, dass es separat betont werden soll. Dissoziative Symptome können in allen Phasen einer Traumafolgestörung auftreten:


  • Während des Traumas: Viele Menschen dissoziieren bereits während des traumatischen Ereignisses (man spricht von peritraumatischer Dissoziation). Das kann sich anfühlen, als würde man das Geschehen von außerhalb beobachten oder als wäre alles unwirklich. Diese Reaktion schützt in dem Moment davor, die volle Wucht des Schreckens bewusst zu erleben – der Preis ist aber, dass die Erfahrung ungefiltert ins Unbewusste absinkt. Eine starke peritraumatische Dissoziation gilt als Risikofaktor dafür, später PTBS zu entwickeln, weil die Verarbeitung erschwert ist.
  • Als Teil der PTBS-Symptomatik: Es gibt einen sogenannten dissoziativen Subtyp der PTBS (Quelle: medicoverhospitals.in). Das bedeutet, manche Betroffene erleben neben den üblichen PTBS-Symptomen anhaltende Derealisation (die Umwelt erscheint fremd/künstlich) oder Depersonalisation (das Gefühl, nicht im eigenen Körper zu sein) (Quellen: klinik-friedenweiler.de, klinik-friedenweiler.de). Sie fühlen sich emotional taub und abgespalten. In gewissem Sinne ist Dissoziation hier wiederum ein Vermeidungsmechanismus – Gefühle und Erinnerungen werden weggeblendet. Allerdings kann es sehr verstörend sein, wenn man immer wieder in solche Zustände gerät. Die Person fragt sich vielleicht, ob sie „verrückt wird“, dabei sind dies bekannte Folgen extremer Stressverarbeitung.
  • Bei komplexer Traumatisierung: Wie oben beschrieben, tritt Dissoziation bei komplexer PTBS besonders häufig auf und kann bis zur Entwicklung eigenständiger Dissoziativer Störungen führen (z.B. Dissoziative Identitätsstörung bei schweren frühen Traumata). Hier hat das wiederholte Trauma sozusagen die Psyche dazu gebracht, einen dauerhaften Abwehrmechanismus zu etablieren: Unterschiedliche Ich-Zustände tragen verschiedene Erinnerungen oder Gefühle, weil das Gesamterleben zu überwältigend wäre, um von einem einheitlichen Bewusstsein getragen zu werden.


Zusammengefasst: Dissoziation ist die unsichtbare Begleiterin vieler Trauma-Folgen. Sie kann vom kurzzeitigen „Wegtreten“ in Stressmomenten bis zur ausgeprägten Identitätsspaltung reichen. Für Außenstehende ist das oft schwer nachvollziehbar – für Betroffene aber real und meist mit zusätzlicher Scham behaftet. In der Therapie von Trauma-Störungen wird daher ein Schwerpunkt darauf gelegt, diese Symptome zu erklären und zu integrieren. Betroffene lernen, Dissoziation als eine Reaktion ihres Gehirns auf Not zu verstehen und allmählich durch neue Bewältigungsstrategien zu ersetzen, sodass sie im Hier-und-Jetzt verankert bleiben können.

Behandlungsmöglichkeiten


Die gute Nachricht ist: Trauma-Störungen sind behandelbar. In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Therapieansätze entwickelt und erforscht, um Menschen bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse zu helfen. Wichtig ist eine individuelle Behandlung, die auf Art und Schwere der Symptome abgestimmt ist. Hier ein Überblick über gängige Therapieansätze bei Trauma-Störungen:


  • Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT): Diese Therapieform gehört zu den am besten erforschten Behandlungen für PTBS. Im Kern geht es darum, sich schrittweise dem traumatischen Erlebnis und den verbundenen Gefühlen zu stellen, anstatt dauerhaft zu vermeiden. Therapeut/innen helfen den Betroffenen, die negativen Gedanken und Überzeugungen, die durch das Trauma entstanden sind (“Ich bin schuld”, “Die Welt ist unsicher”), zu erkennen und zu korrigieren. Ein bekanntes Verfahren ist die Prolongierte Exposition, bei der Patient/innen in sicherem Rahmen das Trauma in der Vorstellung noch einmal durchgehen, um die Angst nach und nach zu reduzieren und das Gehirn “umzulernen”. Auch das Erarbeiten von Bewältigungsstrategien für Trigger und die Verarbeitung der Traumaerinnerung (durch Schreiben, Erzählen oder kreative Methoden) gehören dazu. Die Traumafokussierte KVT kann sehr konfrontativ sein, zeigt aber hohe Wirksamkeit, wenn der Patient bereit und stabil genug ist, sich darauf einzulassen.
  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing): EMDR ist eine spezielle traumafokussierte Psychotherapie-Methode, die in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Sie kombiniert die Vorstellung belastender Erinnerungen mit geführten Augenbewegungen oder anderen bilateralen Stimuli (z.B. abwechselndes Antippen der Hände). Die Patientin oder der Patient folgt mit den Augen den Fingern der Therapeutin hin und her, während er an das traumatische Ereignis denkt. Diese synchronisierte Stimulation scheint dem Gehirn dabei zu helfen, festgefahrene traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und in die normale Gedächtnisablage zu überführen. Viele Betroffene berichten, dass die Erinnerung durch EMDR an “emotionaler Ladung” verliert – sie wird wie ein normaler, vergangener Teil der Biografie empfunden und löst weniger intensive Angst aus. EMDR ist mittlerweile wissenschaftlich anerkannt und wird von Leitlinien für PTBS empfohlen. Für komplexe PTBS kann EMDR ebenfalls genutzt werden, jedoch oft in Verbindung mit stabilisierenden Maßnahmen, damit die Person nicht überwältigt wird.
  • Medikamentöse Unterstützung: Medikamente können Trauma-Störungen nicht heilen, aber sie können die Symptome lindern und so die Psychotherapie unterstützen. Häufig eingesetzt werden Antidepressiva aus der Gruppe der SSRIs (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) – z.B. Sertralin oder Paroxetin, die in einigen Ländern sogar offiziell für PTBS zugelassen sind. Diese Medikamente können Ängste, depressive Verstimmungen und Übererregbarkeit reduzieren. Prazosin, ein Mittel ursprünglich gegen Bluthochdruck, wird off-label oft erfolgreich gegen Albträume und Schlafstörungen bei PTBS eingesetzt, da es die alptraumhaften Stressreaktionen dämpfen kann. Auch Beruhigungsmittel oder niedrig dosierte Neuroleptika kommen fallweise zum Einsatz, sollten aber aufgrund von Abhängigkeitsrisiken und Nebenwirkungen mit Vorsicht und zeitlich begrenzt verwendet werden. Wichtig: Medikamente ersetzen keine Therapie, können aber besonders am Anfang dabei helfen, dass Betroffene überhaupt zur Ruhe kommen und therapiefähig werden. Jede medikamentöse Behandlung sollte individuell vom Arzt/der Ärztin abgestimmt und überwacht werden.
  • Neue Forschungsansätze: Die Therapie von Trauma-Störungen wird ständig weiterentwickelt. Ein spannender aktueller Ansatz ist das gezielte Blockieren von Trauma-Triggern durch Gedankenkontrolle. Eine Studie der Universität Cambridge (veröffentlicht 2023) hat gezeigt, dass das bewusste Unterdrücken negativer aufdrängender Gedanken nicht – wie lange angenommen – schädlich, sondern hilfreich sein kann (Quellen: cam.ac.uk, cam.ac.uk). In diesem Experiment wurden Freiwillige darin trainiert, belastende Gedanken aktiv “wegzuschieben”. Ergebnis: Die unerwünschten Erinnerungen wurden mit der Zeit schwächer und die psychische Gesundheit der Teilnehmer verbesserte sich (Quellen: cam.ac.uk, cam.ac.uk). Dieses Ergebnis stellt traditionelle psychotherapeutische Dogmen in Frage, nach denen Unterdrücken von Gedanken automatisch zu einem „Wiederkehreffekt“ führt. Für Trauma-Patienten könnte das bedeuten, dass bestimmte gedankliche Techniken entwickelt werden, um die Macht von Triggern zu verringern – quasi ein mentales „Löschen“ oder Abschwächen traumatischer Erinnerungsfragmente. Diese Forschung steht noch am Anfang, ist aber hoffnungsvoll. Daneben wird auch an anderen innovativen Methoden geforscht, wie z.B. der Virtual-Reality-Konfrontation (Traumaszenen in einer virtuellen Umgebung bewältigen), neurofeedbackgestützter Therapie oder dem Einsatz von Medikamenten direkt nach einem Trauma, um die Gedächtnisbildung der Trauma-Erinnerung zu beeinflussen (Stichwort: Betablocker-Studien).


Fazit: Die Behandlung von Trauma-Störungen erfordert Mut und Geduld – sowohl von Seiten der Betroffenen als auch der Therapeut*innen. Doch mit der richtigen Unterstützung können viele Menschen lernen, die Vergangenheit zu bewältigen und wieder nach vorne zu schauen. Moderne Therapieverfahren geben Anlass zur Zuversicht: Selbst wer Schreckliches erlebt hat, ist dem nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt Wege zurück zu einem sichereren, ruhigeren Innenleben. Wichtig ist, das Schweigen zu brechen und sich Hilfe zu holen. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt – und für Trauma-Überlebende kann dieser Schritt der Beginn sein, die seelische Verletzung zu heilen.